Service
Warenkorb
Menu
Profitieren Sie diese Woche von 15 % Rabatt auf Trovet Mehr lesen

Parasiten bei Schafen: So vermeiden Sie Probleme in der Herde

Geschrieben von Mara | Dierenarts |

Parasiten gehören zu den größten Gesundheitsrisiken bei Schafen. Manche Infektionen verlaufen unbemerkt, während andere zu Durchfall, Abmagerung, Lahmheit oder sogar zum Tod führen können. Eine gute Präventionsstrategie ist daher entscheidend, besonders während der Lammzeit und während der Weidesaison. In diesem Blog erfahren Sie, welche Parasiten bei Schafen vorkommen und wie Sie Probleme in Ihrer Herde vermeiden können.

Schaf auf der Weide schaut in die Kamera

Innere Parasiten (Würmer)

Die bekanntesten Parasiten bei Schafen sind Magen-Darm-Würmer. Besonders Lämmer sind empfindlich.

Roter Labmagenwurm (Haemonchus contortus)

Dies ist eine der wichtigsten Wurmarten in Österreich. Dieser Wurm saugt Blut im Labmagen und kann schwere Blutarmut verursachen. Tiere können plötzlich schwach werden, ohne dass deutlicher Durchfall auftritt.

Andere Magen-Darm-Würmer

Weitere Magen-Darm-Würmer, die bei Schafen vorkommen, sind:

  • Teladorsagia und Trichostrongylus: Diese Würmer verursachen Durchfall und Wachstumsverzögerungen.
  • Nematodirus: Vor allem bei jungen Lämmern im Frühjahr kann er schwere Durchfälle verursachen.

Leberegel

Leberegel treten vor allem auf feuchten Flächen auf. Der Parasit schädigt die Leber und verursacht Abmagerung, eine verminderte Widerstandskraft und Produktionsverluste (also weniger Milch, schlechtere Wollqualität oder weniger Fleisch). Besonders in feuchten Regionen ist Aufmerksamkeit wichtig. Lesen Sie mehr darüber in unserem Blog Leberegel bei Schafen: erkennen, vorbeugen und behandeln.

Regelmäßige Kotuntersuchungen helfen, den Infektionsdruck durch innere Parasiten zu überwachen. Lesen Sie alles über Würmer bei Schafen in unserem Blog Schafe entwurmen.

Relevante Produkte

Äußere Parasiten

Neben Würmern können Schafe auch unter äußeren Parasiten leiden, wie zum Beispiel:

  • Räudemilben
  • Läuse
  • Zecken

Diese verursachen Juckreiz, Unruhe, Hautschäden und eine verminderte Kondition.

Parasiten und die Lammzeit

Während der Lammzeit ist die Widerstandskraft der Mutterschafe vorübergehend reduziert. Dadurch steigt die Ausscheidung von Wurmeiern (der sogenannte „periparturient rise“). Dies erhöht den Infektionsdruck für Lämmer.

Wichtig in dieser Zeit:

  • Gute Hygiene im Stall
  • Trockene, saubere Liegeflächen
  • Rechtzeitiges Umweiden von Mutterschafen mit Lämmern
  • Aufmerksamkeit bei Durchfall bei Lämmern

Eine gute Kolostrumaufnahme unterstützt außerdem die Widerstandskraft neugeborener Lämmer. Lesen Sie mehr in unserem Blog Lammzeit: Worauf sollten Sie bei der Pflege achten?.

Weidemanagement: die Grundlage der Prävention

Ein durchdachter Weideplan ist entscheidend, um Wurmprobleme zu begrenzen.

  • Vor dem 15. Juni alle 3 Wochen auf eine saubere Weide umtreiben
  • Nach dem 15. Juni alle 10 – 14 Tage

Saubere Weide bedeutet, dass dort mindestens 3 Monate keine Schafe geweidet haben oder dass es sich um eine frisch gemähte Fläche handelt. Durch kluges Umweiden verhindern Sie, dass Lämmer (und Schafe) große Mengen infektiöser Larven aufnehmen.

Gezielte Entwurmung

Eine standardmäßige Entwurmung wird wegen der Entwicklung von Resistenzen nicht empfohlen.

Wichtige Grundsätze:

  • Behandlung nur auf Basis von Kotuntersuchungen
  • Richtige Dosierung
  • Kontrolle 10 – 14 Tage nach der Behandlung mittels Kotuntersuchung
  • Nach Möglichkeit einen Teil der Tiere unbehandelt lassen (Refugia)

Resistenzen sind irreversibel. Daher ist ein zurückhaltender und durchdachter Einsatz von Entwurmungsmitteln entscheidend.

Impfungen und Widerstandskraft

Obwohl Impfungen keinen Schutz gegen Würmer bieten, trägt ein gutes Impfprogramm zu einer starken allgemeinen Widerstandskraft bei.

Impfungen gegen unter anderem Clostridium („Blutvergiftung“), Q-Fieber und Moderhinke helfen, andere Gesundheitsprobleme zu verhindern. Ein gesundes Schaf kann besser mit Parasiten umgehen.

Klauengesundheit und Parasiten

Feuchte Bedingungen erhöhen nicht nur das Risiko für Leberegel, sondern auch für Klauenprobleme wie Moderhinke. Eine schlechte Klauengesundheit schwächt die Widerstandskraft und macht Tiere anfälliger für andere Infektionen.

Regelmäßige Klauenkontrollen und trockene Laufbereiche helfen, Probleme zu reduzieren. Lesen Sie mehr in unserem Blog Die Bedeutung der Klauenpflege bei Schafen.

Hygiene im und um den Stall

Neben den genannten Maßnahmen ist Hygiene im und rund um den Stall sehr wichtig. Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Liegeflächen trocken halten
  • Mist regelmäßig entfernen
  • Schlammige Bedingungen vermeiden
  • Für gute Belüftung sorgen

Eine saubere Umgebung reduziert den Infektionsdruck erheblich.

Parasiten bei Schafen lassen sich nicht vollständig vermeiden, aber mit gutem Management können Probleme stark reduziert werden.

Die wichtigsten Säulen:

  • Durchdachtes Weidemanagement
  • Gezielte Kotuntersuchungen
  • Verantwortungsvolle Entwurmung
  • Gute Hygiene
  • Starke allgemeine Widerstandskraft
  • Besondere Aufmerksamkeit während der Lammzeit

Durch präventives Arbeiten schützen Sie nicht nur die Gesundheit Ihrer Tiere, sondern auch die Zukunftsfähigkeit Ihres Betriebs oder Ihrer Hobbyherde.

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

Lesen Sie auch unsere anderen Blogs

Mehr Tipps
image (20)

Über die Person

Mara van Brussel-Broere, Tierärztin bei Medpets

Absolventin der Tiermedizin für Kleintiere an der Universität Utrecht, bringt sie ihre Praxiserfahrung ein, um Kunden bei Medpets zu beraten und ihr Wissen weiterzugeben. Es ist ihr wichtig, Tierhalter umfassend über Gesundheit und Wohlbefinden ihrer Haustiere zu informieren.

Lesen Sie mehr über Mara