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Leberegel bei Schafen: erkennen, vorbeugen und behandeln

Geschrieben von Mara |

Der Leberegel, oder <em>Fasciola hepatica</em>, ist ein Parasit, der vor allem bei weidenden Tieren wie Schafen, Ziegen und Rindern vorkommt. Die Infektion befällt die Leber und die Gallengänge des Tieres und kann teils schwere Gesundheitsprobleme verursachen. Leberegel kommen weltweit vor, auch in Deutschland, insbesondere auf feuchten Weiden oder Grünland mit vielen Schnecken. In diesem Blog erklären wir, was Leberegel sind, wie sich Schafe infizieren, welche Symptome auftreten können und wie Sie einen Leberegelbefall erkennen, vorbeugen und behandeln können.

Schaf schaut in die Kamera

Was ist der Leberegel?

Der Leberegel ist ein Plattwurm, der in den Gallengängen der Leber des Schafes lebt. Der wissenschaftliche Name lautet Fasciola hepatica. Der Parasit hat einen komplexen Lebenszyklus, der unter anderem von einem Zwischenwirt abhängt: der Zwergschlammschnecke (Galba truncatula).

Ein Befall mit Leberegeln kann zu schweren Schäden an der Leber und anderen Organen führen. Die Schwere der Symptome hängt von der Anzahl der Parasiten und der Dauer der Infektion ab.

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Wie infizieren sich Schafe mit Leberegeln?

Die Infektion eines Schafes verläuft in mehreren Schritten:

  1. Eier der Leberegel gelangen über den Kot infizierter Tiere auf die Weide.
  2. Die Eier entwickeln sich in feuchten Bereichen (z. B. an Grabenrändern oder in sumpfigen Wiesen).
  3. Zwergschlammschnecken nehmen die Larven auf. In der Schnecke entwickeln sie sich weiter.
  4. Die Larven verlassen die Schnecke und heften sich als infektiöse Zysten (Metazerkarien) an Grashalme.
  5. Schafe infizieren sich durch das Fressen von Gras mit diesen Zysten.
  6. Die Larven wandern zur Leber, wo sie heranreifen und der Zyklus erneut beginnt.

Wichtig: Schafe infizieren sich nicht durch direkten Kontakt mit anderen Schafen, sondern über kontaminiertes Gras mit Leberegelzysten. Leberegel sind daher nicht direkt von Tier zu Tier übertragbar, wohl aber zwischen Tieren auf derselben kontaminierten Weide.

Symptome von Leberegeln bei Schafen

Die Symptome hängen vom Stadium der Infektion ab. Man unterscheidet zwischen einer akuten und einer chronischen Form.

Akuter Leberegelbefall

Ein akuter Befall entsteht bei massiver Aufnahme von Zysten in kurzer Zeit (vor allem im Herbst). Folgende Symptome können auftreten:

  • Plötzliche Todesfälle (vor allem bei jungen Schafen)
  • Apathie
  • Anämie (blasse Schleimhäute)
  • Bauchschmerzen
  • Atemprobleme
  • Ödeme (Flüssigkeitsansammlungen, insbesondere unter dem Kiefer)

Ein akuter Befall ist ernst und kann unbehandelt schnell tödlich verlaufen.

Chronischer Leberegelbefall

Ein chronischer Befall entsteht durch länger andauernde, leichte Infektionen und tritt häufiger im Winter und Frühjahr auf. Mögliche Symptome sind:

  • Abmagerung trotz ausreichender Fütterung
  • Schlechte Woll- bzw. Fellqualität
  • Verringerte Milchleistung
  • Anämie
  • Schwäche oder Wachstumsverzögerung bei Lämmern

Chronische Leberegel beeinträchtigen vor allem die Produktivität und die allgemeine Widerstandskraft der Tiere.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose kann Ihr Tierarzt auf verschiedene Weise stellen:

  • Kotuntersuchung (Nachweis von Eiern), häufig bei chronischem Befall
  • Blutuntersuchung zur Kontrolle von Leberwerten und Antikörpern
  • Pathologische Untersuchung bei verendeten Tieren
  • Monitoring über Tankmilch (bei milchgebenden Tieren)

Ihr Tierarzt hilft Ihnen bei der Auswahl der geeigneten Untersuchungsmethode und der Interpretation der Ergebnisse.

Was können Sie gegen Leberegel tun?

Die Behandlung ist möglich, aber die Vorbeugung ist mindestens genauso wichtig.

Behandlung von Leberegeln bei Schafen

Es gibt wirksame Antiparasitika (Entwurmungsmittel) gegen Leberegel, z. B. Präparate mit Triclabendazol. Die Behandlung sollte immer in Absprache mit Ihrem Tierarzt erfolgen, da nicht jedes Mittel gegen alle Entwicklungsstadien wirkt.

Vorbeugung gegen Leberegel

Folgende Maßnahmen helfen, einen Befall zu vermeiden:

  • Beweidung feuchter oder schneckenreicher Flächen einschränken, besonders im Spätsommer und Herbst.
  • Überweidung vermeiden, da dies die Aufnahme kontaminierten Grases erhöht.
  • Tiere rechtzeitig auf trockene Flächen oder in den Stall umstallen.
  • Drainage und gutes Weidemanagement zur Reduzierung der Schneckenpopulation.
  • Regelmäßige Kotuntersuchungen zur Überwachung des Infektionsdrucks durchführen lassen.

Sie können Ihre Schafe zusätzlich unterstützen, indem Sie die Widerstandskraft stärken, zum Beispiel mit Adrisin oder Licosan Forte.

Haben Sie noch Fragen zu Leberegeln bei Schafen? Kontaktieren Sie uns gerne unter tierarzt@medpets.at.

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Über die Person

Mara van Brussel-Broere, Tierärztin bei Medpets

Absolventin der Tiermedizin für Kleintiere an der Universität Utrecht, bringt sie ihre Praxiserfahrung ein, um Kunden bei Medpets zu beraten und ihr Wissen weiterzugeben. Es ist ihr wichtig, Tierhalter umfassend über Gesundheit und Wohlbefinden ihrer Haustiere zu informieren.

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