Die Zeckenzeit: Welche Zeckenarten gibt es?
Geschrieben von Mara | Dierenarts |
Es mag noch früh im Jahr erscheinen, doch die Zeckensaison hat bereits begonnen. Zecken werden aktiv, sobald die Temperatur über 7 Grad Celsius steigt. In Österreich ist dies ein wichtiges Signal, besonders aufmerksam zu sein, da Zecken hier weit verbreitet sind und gefährliche Krankheiten übertragen können.
Wann ist die Zeckenzeit in Österreich?
In Österreich sind Zecken in der Regel von März bis einschließlich Oktober aktiv. Durch milde Winter können Zecken jedoch bereits früh im Frühjahr aktiv sein und manchmal sogar im Winter bei milden Temperaturen. Besonders in waldreichen Gebieten, auf Wiesen und in bergigen Regionen ist das Risiko für Zecken hoch.
Welche Zeckenarten kommen in Österreich vor?
Die wichtigsten Zeckenarten in Österreich sind:
- Ixodes ricinus (Schafzecke / Holzbock)
- Dermacentor reticulatus (Auwaldzecke)
- Rhipicephalus sanguineus (Braune Hundezecke) (vereinzelt)
- Hyalomma-Zecke (tropische Riesenzecke) (selten)
Darüber hinaus kommen auch weniger bekannte Arten vor, wie die Igelzecke (Ixodes hexagonus) und die Taubenzecke (Argas reflexus).
Ixodes ricinus (Schafzecke)
Ixodes ricinus ist die am häufigsten vorkommende und wichtigste Zeckenart in Österreich.
Sie finden diese Zecke vor allem in:
- Wäldern und Berggebieten
- Graslandschaften und Wiesen
- Parks und Gärten
Diese Zecke ist verantwortlich für die Übertragung wichtiger Krankheiten, darunter:
- Lyme-Borreliose
- Frühsommer-Meningoenzephalitis (TBE / FSME)
- Anaplasmose
In Österreich ist das Risiko für sowohl Lyme-Borreliose als auch FSME eindeutig gegeben.
Dermacentor reticulatus (Auwaldzecke)
Diese Zecke kommt ebenfalls in Österreich vor und lebt vor allem in:
- feuchten Graslandschaften
- Flussuferbereichen
- Naturschutzgebieten
Sie kann auch bei niedrigeren Temperaturen aktiv sein und spielt eine wichtige Rolle bei der Übertragung von Babesiose (Hundemalaria). Dermacentor-Zecken sind größer und besser sichtbar als die Schafzecke.
Rhipicephalus sanguineus (Braune Hundezecke)
Die Braune Hundezecke kommt in Österreich seltener vor, kann jedoch durch reisende Hunde eingeschleppt werden.
Diese Zecke ist besonders, da sie:
- in Innenräumen überleben kann
- sich in Zwingern und Wohnungen vermehren kann
- das ganze Jahr über aktiv bleiben kann
Sie kann Krankheiten übertragen wie:
- Babesiose
- Ehrlichiose
- Anaplasmose
- Hepatozoonose
- Filariose
Hyalomma-Zecke (tropische Riesenzecke)
Die Hyalomma-Zecke ist eine große, auffällige Zeckenart aus wärmeren Regionen. In Österreich wird diese Zecke gelegentlich gefunden, meist über Zugvögel eingeschleppt. Sie kann sich aktiv fortbewegen und jagt ihren Wirt.
Diese Zecke kann potenziell gefährliche Krankheiten übertragen, wie:
- Krim-Kongo-Hämorrhagisches Fieber (CCHF)
- Rickettsiose