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Cushing bei Pferden (PPID): Symptome, Diagnose und Behandlung

Geschrieben von Mara |

Die Cushing-Krankheit bei Pferden, heute besser bekannt als PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction), ist eine häufige hormonelle Erkrankung bei älteren Pferden und Ponys. Sie wird durch eine überaktive Hypophyse verursacht und kann großen Einfluss auf Gesundheit, Abwehrkräfte und Lebensqualität des Pferdes haben. Zum Glück lässt sich PPID gut behandeln, sodass viele Pferde noch jahrelang komfortabel leben können.

 Braunes Pferd auf der Wiese

Was ist PPID (Cushing) bei Pferden?

PPID steht für Pituitary Pars Intermedia Dysfunction. Das bedeutet, dass der mittlere Teil der Hypophyse, einer Drüse unter dem Gehirn, zu viele Hormone ausschüttet. Durch diese Überproduktion werden verschiedene Prozesse im Körper gestört.

Schätzungsweise haben etwa 15% der Pferde über 15 Jahre PPID. Die Beschwerden entstehen einerseits durch die Störung des Hormonhaushalts und andererseits dadurch, dass die vergrößerte Hypophyse Druck auf umliegende Gehirnareale ausübt.

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Symptome von Cushing (PPID) bei Pferden

Die Anzeichen von PPID können je nach Pferd stark variieren und sind anfangs manchmal subtil. Mit Fortschreiten der Erkrankung werden die Beschwerden deutlicher.

Bekannteste Symptome

  • ein langes, oft lockiges Fell, das schlecht oder gar nicht abhaart
  • Hufrehe (bei fast 25% der Pferde mit PPID tritt dies auf)

Weitere häufige Anzeichen

  • Fettpolster über den Augen
  • gesteigerter Appetit
  • Muskelschwund, vor allem am Rücken, was zu einem hängenden Bauch mit eingefallenem Rücken führen kann
  • verminderte Abwehrkräfte, häufiger Infektionen und Entzündungen
  • schlecht heilende Wunden
  • übermäßiges Schwitzen
  • viel trinken und viel urinieren
  • verminderte Fruchtbarkeit bei Stuten
  • in seltenen Fällen Blindheit oder Anfälle, die wie Ohnmacht wirken

Frühe, weniger spezifische Signale

  • weniger Arbeitslust
  • Leistungsabfall
  • subtile Verhaltensänderungen (ruhiger, schläfriger, weniger aufmerksam)

Der Zusammenhang mit Hufrehe

Pferde mit PPID haben ein erhöhtes Risiko für Hufrehe, unter anderem durch Störungen im Zucker- und Insulinstoffwechsel. Hufrehe ist eine der schwerwiegendsten Komplikationen von PPID.

Lesen Sie mehr über Hufrehe in unserem Blog Laminitis.

Diagnose von PPID

Bei einem älteren Pferd mit passenden Beschwerden denkt der Tierarzt schnell an PPID. Die Diagnose wird meist durch eine Blutuntersuchung gestellt, bei der bestimmte Hormone wie ACTH gemessen werden.

Manchmal sind zusätzliche Untersuchungen notwendig, zum Beispiel:

  • Wiederholung des Tests nach 3–6 Monaten
  • Stimulationstests, bei denen die Hormonreaktion gemessen wird
  • Bestimmung von Glukose- und Insulinwerten, um Insulinresistenz oder Diabetes festzustellen

Letzteres ist wichtig, da ein gestörter Zuckerstoffwechsel das Risiko für Hufrehe weiter erhöht.

Behandlung von Cushing (PPID)

PPID ist nicht heilbar, aber gut behandelbar.

Medikamente

Die Standardbehandlung besteht aus Medikamenten wie Pergolid, einem sogenannten Dopamin-Agonisten. Dieses Mittel hemmt die übermäßige Hormonausschüttung der Hypophyse.

  • die Medikamente müssen lebenslang gegeben werden
  • oft ist innerhalb von 4 – 6 Wochen eine Verbesserung sichtbar
  • die Dosierung muss im Laufe der Zeit manchmal angepasst werden

Regelmäßige Kontrollen durch den Tierarzt bleiben notwendig.

Fütterung und Management bei PPID

Ein angepasstes Management ist entscheidend, um Komplikationen zu begrenzen:

  • niedriger Zucker- und Stärkegehalt in der Ration
  • Vorsicht bei zuckerreichem Gras
  • regelmäßige Hufpflege (alle 8–10 Wochen)
  • schnelle Behandlung von Wunden und Infektionen
  • regelmäßige Kotuntersuchung und Zahnkontrolle

Unterstützung bei Cushing

Neben der Medikation können unterstützende Ergänzungsfuttermittel helfen, das Pferd so komfortabel wie möglich zu halten, zum Beispiel:

Diese Produkte unterstützen Pferde mit PPID, ersetzen jedoch niemals die vom Tierarzt verordnete Medikation.

PPID versus EMS: Was ist der Unterschied?

PPID wird manchmal mit EMS (Equines Metabolisches Syndrom) verwechselt. Obwohl es Ähnlichkeiten gibt, handelt es sich um unterschiedliche Erkrankungen.

PPID (Cushing) Equines Metabolisches Syndrom (EMS)
Ältere Pferde (>15 Jahre) Jüngere Pferde
Muskelschwund (vor allem Rücken) kein Muskelschwund
viel trinken und viel urinieren normales Trink- und Urinierverhalten
langes, lockiges Fell normales Fell
Fettpolster über den Augen und Hängebauch Fettpolster an Hals, Schultern und Schweifansatz
Insulinresistenz Insulinresistenz
Hufrehe Hufrehe

Manchmal können PPID und EMS auch gemeinsam auftreten, was die Behandlung komplexer macht.

Nachsorge und Lebensqualität

Obwohl PPID eine chronische Erkrankung ist, können viele Pferde mit der richtigen Behandlung und Pflege noch jahrelang eine gute Lebensqualität genießen. Regelmäßige Kontrollen, Aufmerksamkeit für die Fütterung und schnelles Handeln bei Beschwerden machen den Unterschied.

Cushing bei Pferden (PPID) ist eine häufige Erkrankung bei älteren Pferden, lässt sich aber zum Glück gut managen. Frühe Erkennung, die richtige Medikation, angepasste Fütterung und gute Nachsorge sind der Schlüssel zu einem komfortablen und aktiven Pferdeleben im Alter. Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Pferd Symptome von PPID zeigt? Wenden Sie sich dann immer an Ihren Tierarzt.

Möchten Sie mehr über PPID bei Pferden erfahren? Kontaktieren Sie uns unter tierarzt@medpets.at.

 

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Über die Person

Mara van Brussel-Broere, Tierärztin bei Medpets

Absolventin der Tiermedizin für Kleintiere an der Universität Utrecht, bringt sie ihre Praxiserfahrung ein, um Kunden bei Medpets zu beraten und ihr Wissen weiterzugeben. Es ist ihr wichtig, Tierhalter umfassend über Gesundheit und Wohlbefinden ihrer Haustiere zu informieren.

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