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Chronisch progressives Lymphödem (CPL) bei Pferden erkennen und unterstützen

Geschrieben von Astrid |

Dicke Beine, Krusten oder Hautveränderungen an den unteren Gliedmaßen eines Pferdes werden häufig als harmlos oder als Mauke abgetan. In manchen Fällen kann jedoch mehr dahinterstecken. CPL ist eine Erkrankung, die sich langsam entwickelt und im Anfangsstadium schwer zu erkennen ist. Gerade deshalb ist es wichtig zu wissen, worauf Sie achten können und welche Schritte Sie unternehmen sollten, wenn Sie Zweifel haben.

Herde Pferde

Die Erkrankung tritt vor allem bei Pferden mit starkem Behang auf, wie z. B. bei Kaltblütern und Zugpferden, kann jedoch auch bei anderen Rassen vorkommen. CPL entwickelt sich meist schleichend, wodurch die ersten Anzeichen nicht immer sofort erkannt werden. Durch ein besseres Verständnis der Merkmale und des Verlaufs wird es leichter, Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen und eine geeignete Pflege anzuwenden.

Passende Unterstützung

Was ist CPL bei Pferden?

CPL steht für Chronisch Progressives Lymphödem. Es handelt sich um eine fortschreitende Erkrankung, bei der der Lymphabfluss in den Beinen gestört ist. Dadurch kann sich Flüssigkeit ansammeln, was zu Hautverdickungen, Schwellungen und Veränderungen an den unteren Gliedmaßen führt. CPL ist eine chronische Erkrankung, die sich langsam verschlechtern kann und nicht heilbar ist, mit der richtigen Pflege jedoch häufig gut begleitet werden kann.

Wie entsteht CPL?

CPL entsteht durch eine gestörte Funktion des Lymphsystems. Die Lymphflüssigkeit wird nicht ausreichend abtransportiert und sammelt sich im Gewebe an. Häufig liegt eine genetische Veranlagung vor, insbesondere bei robusten Rassen mit starkem Behang wie Kaltblütern und Zugpferden. Zusätzlich können Umweltfaktoren, Hautprobleme und Infektionen die Beschwerden verschlimmern, sind jedoch meist nicht die ursprüngliche Ursache.

Wie erkennt man CPL (auch im Frühstadium)?

Zu Beginn ist CPL manchmal schwer zu erkennen. Frühzeichen sind oft sehr subtil und können Ähnlichkeiten mit Mauke aufweisen, sollten jedoch unbedingt ernst genommen werden. Dazu zählen:

  • Verdickte Unterbeine, insbesondere im Bereich der Fesselbeuge
  • Starre oder gefaltete Haut
  • Wiederkehrende Krusten oder Risse
  • Schuppenbildung auf der Haut der Beine
  • Verminderte Elastizität der Haut
  • Mitunter Juckreiz oder Empfindlichkeit

In einem späteren Stadium können die Beine deutlich anschwellen und Hautveränderungen immer sichtbarer werden. Zudem steigt das Risiko eines sogenannten Einschlusses, bei dem Flüssigkeit und Abfallstoffe gewissermaßen im Gewebe eingeschlossen werden. Diese Beschwerden können für das Pferd sehr schmerzhaft sein und das Bewegen deutlich unangenehm machen.

Ist CPL tödlich?

CPL ist nicht direkt tödlich, stellt jedoch (wie bereits erwähnt) eine fortschreitende Erkrankung dar, die das Wohlbefinden eines Pferdes erheblich beeinträchtigen kann. Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt und konsequent begleitet, kann in vielen Fällen über einen längeren Zeitraum eine stabile Situation erreicht werden. Es gibt jedoch häufig Jahreszeiten, in denen sich die Beschwerden vorübergehend verschlechtern, sodass erhöhte Aufmerksamkeit und eine Anpassung der Pflege weiterhin wichtig bleiben. In schweren Fällen kann die Lebensqualität deutlich eingeschränkt sein.

Unterstützung und Behandlung bei CPL

CPL ist nicht heilbar, aber gut begleitbar. Dabei ist das Lymphsystem überlastet. Der Fokus liegt darauf, das Pferd möglichst komfortabel zu halten, die Hautgesundheit zu unterstützen und den Lymphabfluss zu fördern.

Wichtige Säulen sind:

  • Fütterung: eine karge, faserreiche Basis mit ausreichend hochwertigem Heu sowie die Reduktion von Zucker, Stärke, Getreide, Melasse und zuckerreichen Mash-Produkten. Zusätzlich können Fettsäuren aus Leinöl und Vitamin E die Hautelastizität unterstützen.
  • Bewegung: fördert die Durchblutung und den Lymphabfluss.
  • Behang scheren oder kurz halten: erleichtert die Kontrolle erheblich und ermöglicht es, Risse, Falten und Schuppen schneller zu erkennen und zu behandeln. Der kabellose und kompakte Sectolin Clipper Pro SE-210 kann hierbei ein hilfreiches Werkzeug sein, um auch die Fesselbeugen gut kurz zu halten.
  • Haut geschmeidig halten: z. B. mit Pet’s Relief Derm-10, um Rissen und Narbengewebe vorzubeugen.
  • Infektionen frühzeitig behandeln: um eine Verschlimmerung zu vermeiden.
  • Wunden und Hautrisse sorgfältig pflegen: beugt Narbenbildung vor.
  • Lymphdrainage: kann bei manchen Pferden unterstützend wirken.
  • Milbenbefall rechtzeitig behandeln: um schwerere Hautschäden zu verhindern.
  • Gewichtsmanagement: halten Sie das Gewicht Ihres Pferdes unter Kontrolle.

Bei schweren CPL-Beschwerden konzentriert sich die zusätzliche tierärztliche Behandlung vor allem auf die Therapie von Komplikationen und die Verbesserung des Komforts. Dazu können Antibiotika oder Antimykotika bei Infektionen, entzündungshemmende Schmerzmittel bei ausgeprägten Schwellungen und Empfindlichkeit sowie gezielte Milbenbehandlungen gehören.

CPL oder Mauke: wo liegt der Unterschied?

Mauke und CPL werden häufig miteinander verwechselt. Mauke ist eine Hautentzündung, die meist durch Feuchtigkeit, Bakterien oder Pilze verursacht wird. CPL hingegen ist ein chronisches Problem des Lymphsystems. Bei CPL können zwar maukeähnliche Symptome auftreten, die zugrunde liegende Ursache ist jedoch eine andere. Daher unterscheidet sich auch der Behandlungsansatz und ist häufig langfristiger. Lassen Sie deshalb immer Ihren Tierarzt abklären, womit Sie es zu tun haben, um die richtige Therapie einzuleiten.

Der Einfluss von Milben

Bei Pferden mit CPL spielen Milben regelmäßig eine Rolle. Durch Juckreiz und Hautschädigungen können sich die Beschwerden verschlimmern und Infektionen schneller entstehen. Eine gute Kontrolle und – falls erforderlich – eine gezielte Milbenbehandlung sind daher ein wichtiger Bestandteil der Pflege von CPL-Pferden. Nach einer Behandlung ist es besonders wichtig, die Hautbarriere der Beine zu unterstützen und zu stärken, damit die Haut widerstandsfähiger gegenüber äußeren Einflüssen wird. Gerade in feuchten Jahreszeiten, wenn die Haut länger Feuchtigkeit und Schmutz ausgesetzt ist, kann der Schutz und die Pflege der Haut helfen, neuen Problemen vorzubeugen.

Praktische Tipps und Unterstützung

Neben der täglichen Pflege und einem guten Management kann zusätzliche Unterstützung dazu beitragen, die Haut und das darunterliegende Gewebe bei Pferden mit CPL zu unterstützen. Dabei kommen beispielsweise pflanzliche Ergänzungsfuttermittel zum Einsatz, die den Lymphabfluss, die Abwehrkräfte und die Durchblutung fördern können und häufig über einen längeren Zeitraum verabreicht werden.

Auch die äußerliche Pflege ist wichtig. Eine pflegende Creme oder ein Spray kann helfen, die Haut geschmeidig zu halten und vor Austrocknung zu schützen, insbesondere bei Hautrissen oder verdickter Haut. Natürliche Produkte wie Kokosöl werden manchmal verwendet, sofern die Haut sauber und trocken ist.

Darüber hinaus entscheiden sich einige Pferdehalter für getrocknete Kräuter wie Brennnessel oder eine Lymphmischung als Ergänzung zur Ration. Welche Unterstützung am besten geeignet ist, variiert je nach Pferd und Krankheitsphase. Eine Kombination aus Pflege, angepasster Fütterung und zusätzlicher Unterstützung hilft, den Komfort bestmöglich zu erhalten.

Zweifeln Sie an den Beinen Ihres Pferdes?

Bei Unsicherheiten ist es immer ratsam, die Beine Ihres Pferdes von einem Tierarzt untersuchen zu lassen. Eine frühzeitige Diagnose kann zu geeigneten Behandlungsmöglichkeiten beitragen und helfen, die Situation möglichst lange stabil zu halten.

Haben Sie nach dem Lesen dieses Blogs noch Fragen zu CPL, zur Pflege oder zu unterstützenden Produkten? Dann wenden Sie sich gerne an unser tierärztliches Team unter tierarzt@medpets.at.

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Astrid-Klein

Über die Person

Astrid, tiermedizinische Fachangestellte bei Medpets

Astrid ist tiermedizinische Fachangestellte und arbeitet bei Medpets als Content-Spezialistin. Dort bringt sie ihre langjährige Praxiserfahrung ein, um Tierhaltern klare und verlässliche Informationen bereitzustellen. Sie ist auf Kaninchenverhalten spezialisiert und denkt gerne mit, wenn es um innovative Produkte und Blogartikel geht, die auf die Bedürfnisse von Tier und Halter abgestimmt sind.

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