Ursachen einer Augenentzündung bei Katzen
Eine Augenentzündung bei Katzen kann also verschiedene Ursachen haben. Im Folgenden besprechen wir die häufigsten Ursachen.
1. Reizung des Auges
Viele Augenentzündungen entstehen durch leichte Reizungen, zum Beispiel durch:
- Staub
- Sand
- Haare
- Zugluft
- Rauch oder Sprays
Dies führt häufig zu milden Beschwerden, die sich manchmal von selbst bessern, sich aber auch verschlimmern können, wenn die Reizung bestehen bleibt.
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2. Katzenschnupfen
Eine Augenentzündung ist ein häufiges Symptom von Katzenschnupfen bei Katzen. Dabei spielen vor allem das Herpesvirus (FHV-1) und das Calicivirus eine Rolle. Sekundär können auch Bakterien beteiligt sein, wie Bordetella bronchiseptica, Chlamydia felis und Mycoplasma.
Typische Merkmale von Katzenschnupfen sind:
- häufig sind beide Augen entzündet
- Rötung, Schwellung und Ausfluss
- oft kombiniert mit Niesen, Nasenausfluss und allgemeinem Krankheitsgefühl
Lesen Sie mehr über diese Erkrankung in unserem Blog Katzenschnupfen.
3. Entropium (nach innen eingerolltes Augenlid)
Beim Entropium rollt sich das Augenlid nach innen, wodurch:
- Wimpern und Haare ständig über die Hornhaut reiben
- eine chronische Reizung und Entzündung entsteht
Dies kommt häufiger bei bestimmten Katzenrassen vor, wie der Perserkatze und der Exotic Shorthair, und kann sowohl ein- als auch beidseitig auftreten.
4. Fremdkörper im Auge
Sand, Staubpartikel oder kleine Splitter können hinter das Augenlid gelangen und Beschwerden verursachen, wie:
- akute Schmerzen
- Zukneifen des Auges
- plötzliche Rötung
Manchmal ist der Fremdkörper nicht direkt sichtbar.
5. Verletzungen der Hornhaut
Kratzer, Raufereien oder ein harter Stoß können zu einer Schädigung der Hornhaut führen. Dies ist häufig sehr schmerzhaft. Ihre Katze wird das Auge in den meisten Fällen fest geschlossen halten. In diesem Fall ist es wichtig, schnell einen Tierarzt aufzusuchen, um eine Behandlung einzuleiten. Eine tiefe Verletzung kann sogar zu einer Ruptur des Auges führen, das muss unbedingt verhindert werden.
6. Hornhaut-Sequester (Sequester-Auge)
Ein Hornhaut-Sequester ist eine typische Erkrankung bei Katzen, insbesondere bei Rassen mit hervorstehenden Augen wie Perserkatzen.
Was ist das?
Ein Sequester ist ein dunkelbrauner bis schwarzer, „mumifizierter“ Bereich auf der Hornhaut, meist zentral gelegen, und kann wie ein Splitter im Auge aussehen. Für die Katze ist dies häufig sehr schmerzhaft.
Wie entsteht er?
Die genaue Ursache ist nicht vollständig bekannt, mögliche Faktoren sind:
- chronische Reizung (zum Beispiel durch Entropium oder Haare)
- trockene Augen
- vermindertes Blinzeln (bei hervorstehenden Augen)
- frühere Infektionen (wie Herpesvirus)
- verminderte Qualität der Hornhaut
- frühere Eingriffe am dritten Augenlid
Die Behandlung reicht von intensiver Augentherapie bis zur chirurgischen Entfernung des Sequesters durch den Tierarzt.
7. KCS (Keratoconjunctivitis sicca oder trockene Augen)
Bei KCS produziert das Auge nicht ausreichend Tränenflüssigkeit, was führt zu:
- chronischer Reizung
- Entzündung
- erhöhtem Risiko für Hornhautschäden und Sequesterbildung
Mit spezieller Medikation (Augensalbe mit Cyclosporin, wie Optimmune Canis) kann versucht werden, die Tränenproduktion wieder anzuregen. Eine frühe Diagnose ist hierfür besonders wichtig. Zusätzlich ist häufig eine unterstützende Behandlung mit antibiotischer Salbe und künstlichen Tränen oder anderen befeuchtenden Tropfen erforderlich.
Symptome einer Augenentzündung bei Katzen
Eine Augenentzündung bei Ihrer Katze können Sie an folgenden Symptomen erkennen:
- gerötete Bindehaut
- Zukneifen oder geschlossenes Auge
- Ausfluss (klar, schleimig oder eitrig)
- Schwellung des Augenlids
- häufiges Blinzeln
- Reiben mit der Pfote am Auge
- Lichtempfindlichkeit
Die Beschwerden können also nur ein Auge betreffen oder beide Augen gleichzeitig.
Wie untersucht der Tierarzt eine Augenentzündung?
Der Tierarzt betrachtet nicht nur das Auge selbst, sondern auch den allgemeinen Gesundheitszustand Ihrer Katze, zum Beispiel:
- Fieber
- Nasenausfluss
- Atembeschwerden
- verminderter Appetit
Darüber hinaus können folgende Untersuchungen am Auge durchgeführt werden:
- Kontrolle der Stellung der Augen und der Pupillengröße. Gegebenenfalls kann mit den Fingern auch eine Einschätzung des Drucks im Augapfel erfolgen.
- Anfärben des Auges (Fluoreszein-Test), um Verletzungen oder Geschwüre der Hornhaut sichtbar zu machen.
- Schirmer-Tränen-Test zur Messung der Tränenproduktion. Dies hilft bei der Feststellung trockener Augen (KCS).
- Untersuchung unter den Augenlidern: Nach lokaler Betäubung werden die Augenlider vorsichtig nach außen gestülpt, um zu prüfen, ob ein Fremdkörper vorhanden ist. Dieser kann, sofern möglich, direkt entfernt werden.
- Kontrolle der Lidkanten mit einer speziellen Lampe, um festzustellen, ob Haare an Stellen wachsen, an denen sie nicht wachsen sollten.
Je nachdem, was bei der Untersuchung festgestellt wird, kann eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.
Behandlung einer Augenentzündung bei Katzen
Die Behandlung hängt von der Ursache ab und besteht häufig aus Augentropfen oder Augensalbe. Bei einer Infektion ist eine antibiotische Augensalbe vom Tierarzt erforderlich. Viele Augenprobleme können zusätzlich mit anderen Tropfen oder Salben unterstützend behandelt werden.
Zum Beispiel:
- Augentropfen oder -salben mit Vitamin A haben eine pflegende Wirkung auf das Auge, zum Beispiel Ophtosan.
- TVM Ophtaprime ist eine Augensalbe, die das Auge auf eine weiterführende Behandlung vorbereitet. Sie reinigt das Auge und sorgt dafür, dass Antibiotika besser wirken können.
- Bei trockenen Augen (KCS) ist neben der tierärztlich verordneten Behandlung zusätzlich ein Gel oder Tropfen notwendig, die das Auge befeuchten, wie Optixcare Eye Lube und TVM Remend 0.4.
- Bei Hornhautschäden oder einem Sequester können ebenfalls Augentropfen eingesetzt werden, um die Heilung und Befeuchtung zu fördern, zum Beispiel TVM Remend 0.75 und TVM Clerapliq Augentropfen. Remend 0.75 eignet sich besonders bei schweren trockenen Augen mit Hornhautschäden, etwa bei einer Verletzung im Rahmen von KCS.
Tränenstreifen bei Katzen
Sehen Sie dunkle Tränenstreifen unter den Augen? Mögliche Ursachen hierfür sind:
- verengte oder verstopfte Tränenkanäle
- kleine oder fehlende Öffnungen der Tränenkanäle
- Anatomie (runde Augen, kurze Nase)
- verminderter Abfluss der Tränenflüssigkeit
Diese Tränenstreifen können Sie beispielsweise mit TVM Ocryl reinigen.
Wann sollten Sie zum Tierarzt?
Augenprobleme können sich schnell verschlimmern. Nehmen Sie immer Kontakt mit dem Tierarzt auf, wenn:
- Ihre Katze Schmerzen zu haben scheint
- das Auge geschlossen bleibt
- das Auge stark gerötet oder geschwollen ist
- gelber oder grüner Eiter aus dem Auge austritt
- das Auge trüb oder bläulich erscheint
- Ihre Katze mit der Pfote am Kopf reibt
- die Beschwerden sich verschlimmern oder nicht bessern
Haben Sie Fragen zu Augenproblemen oder Produkten? Nehmen Sie Kontakt auf über tierarzt@medpets.at.