Häufigste Beulen bei Hunden
Es gibt einige Arten von Beulen, die bei Hunden häufig vorkommen.
1. Fettgeschwulst (Lipom)
Ein Lipom ist eine gutartige Fettgeschwulst, die aus Fettgewebe besteht. Es ist eine der häufigsten Beulen bei Hunden.
Welche Merkmale hat eine Fettgeschwulst?
- Eine Fettgeschwulst ist weich und oft gut unter der Haut verschieblich.
- Eine Fettgeschwulst ist meist nicht schmerzhaft.
- Eine Fettgeschwulst wächst langsam.
Wir sehen sie vor allem bei mittelalten und älteren Hunden und häufiger bei übergewichtigen Hunden
Wie wird eine Fettgeschwulst behandelt?
Meist ist keine Behandlung notwendig, es sei denn, die Beule wird schnell größer oder sitzt an einer Stelle, an der sie Beschwerden verursacht (zum Beispiel in der Achsel oder Leiste). Das operative Entfernen ist die einzige Behandlung. Das ist leider keine Garantie dafür, dass an derselben Stelle oder an einer anderen Stelle am Körper keine neue Fettgeschwulst entsteht. Behalten Sie dabei immer im Hinterkopf: Je kleiner die Beule, desto kleiner der Eingriff.
2. Talgzyste (verstopfte oder entzündete Talgdrüse)
Eine Talgzyste entsteht durch eine verstopfte Talgdrüse und wird auch Talgzyste oder epidermale Zyste genannt.
Welche Merkmale hat eine Talgzyste?
- Eine Talgzyste ist eine runde, oft feste Beule.
- Eine Talgzyste kann aufplatzen und einen weißen oder gelblichen, fettigen Inhalt verlieren.
- Eine Talgzyste kann rot und schmerzhaft werden, wenn eine Entzündung entsteht.
Talgzysten können bei Hunden jeden Alters vorkommen.
Wie wird eine Talgzyste behandelt?
Solange die Beule nicht entzündet ist, ist eine Behandlung oft nicht nötig. Bei einer Entzündung kann Reinigen, eine lokale Behandlung oder manchmal Antibiotika erforderlich sein. Wenn die Beule immer wiederkehrt, kann ein chirurgisches Entfernen erwogen werden.
3. Warze (Papillom)
Warzen bei Hunden werden meist durch ein Virus (Papillomavirus) verursacht und sind in der Regel gutartig.
Welche Merkmale hat eine Warze?
- Eine Warze ist eine kleine, blumenkohlartige Wucherung.
- Warzen sitzen häufig an Lippen, Maul, Kopf oder Pfoten.
- Warzen sind meist nicht schmerzhaft.
Warzen sehen wir vor allem bei jungen Hunden und bei Hunden mit verminderter Widerstandskraft.
Wie wird eine Warze behandelt?
In vielen Fällen verschwinden Warzen innerhalb weniger Monate von selbst. Eine Behandlung ist nur nötig, wenn die Warze gereizt ist, sich entzündet oder Probleme beim Fressen oder Laufen verursacht. Dann ist das operative Entfernen die beste Lösung. Manchmal wird versucht, Warzen mit kolloidalem Silber zu betupfen.
4. Mastzelltumor (Mast Cell Tumor)
Ein Mastzelltumor ist ein bösartiger Tumor, der aus Mastzellen entsteht. Er gehört zu den häufigsten Hauttumoren bei Hunden.
Welche Merkmale hat ein Mastzelltumor?
- Ein Mastzelltumor kann sehr unterschiedlich aussehen (weich, hart, rot oder geschwollen).
- Ein Mastzelltumor kann seine Größe schnell verändern.
- Ein Mastzelltumor verursacht manchmal Juckreiz, Rötung oder Schwellung durch die Freisetzung von Histamin.
Mastzelltumoren kommen vor allem bei mittelalten bis älteren Hunden vor und häufiger bei bestimmten Rassen wie dem Boxer, Golden Retriever, Labrador Retriever, Boston Terrier, Bulldogge, Mops, Berner Sennenhund, Weimaraner, Bullmastiff und Staffordshire Terrier.
Wie wird ein Mastzelltumor behandelt?
Bei Verdacht auf einen Mastzelltumor sind immer weitere Untersuchungen notwendig. Meist wird eine chirurgische Entfernung gewählt, manchmal gefolgt von einer zusätzlichen Behandlung wie Medikamenten oder Chemotherapie. Eine frühe Erkennung ist für die Prognose sehr wichtig.
5. Histiozytom
Ein Histiozytom ist ein gutartiger Hauttumor, der aus Immunzellen entsteht.
Welche Merkmale hat ein Histiozytom?
- Ein Histiozytom ist eine schnell wachsende, runde Beule.
- Ein Histiozytom ist häufig rot und haarlos.
- Ein Histiozytom kann heftig aussehen, ist aber meist harmlos.
Histiozytome kommen vor allem bei jungen Hunden vor, meist unter 3 Jahren.
Wie wird ein Histiozytom behandelt?
In vielen Fällen verschwindet die Beule innerhalb weniger Wochen bis Monate von selbst. Ein Entfernen ist nur nötig, wenn die Beule bestehen bleibt, verletzt wird oder starke Reizungen verursacht.
6. Alterswarzen (gutartige Bindegewebs- oder Drüsentumoren)
Alterswarzen sind gutartige Hautwucherungen, die aus Bindegewebe oder Drüsengewebe entstehen. Sie werden auch Fibrome oder gutartige Drüsentumoren genannt und kommen häufig bei älteren Hunden vor.
Welche Merkmale haben Alterswarzen?
- Alterswarzen sind kleine bis mittelgroße Hautausstülpungen.
- Alterswarzen haben oft einen Stiel oder eine blumenkohlartige Oberfläche.
- Alterswarzen sind meist hautfarben bis leicht pigmentiert.
- Alterswarzen wachsen langsam und sind meist nicht schmerzhaft.
Alterswarzen sehen wir vor allem bei älteren Hunden. Sie können an verschiedenen Stellen auftreten, zum Beispiel am Kopf, in den Achseln, in den Leisten und am Rumpf.
Wie werden Alterswarzen behandelt?
Eine Behandlung ist in der Regel nicht notwendig, solange die Warze keine Beschwerden verursacht. Ein Entfernen kann erwogen werden, wenn die Warze:
- regelmäßig verletzt wird
- zu bluten beginnt oder sich entzündet
- an einer ungünstigen Stelle sitzt
Auch bei Alterswarzen gilt: Bei Zweifel immer kontrollieren lassen, da manche bösartigen Tumoren anfangs harmlos aussehen können.
Wann sollten Sie zum Tierarzt gehen?
Es ist sinnvoll, eine Beule immer kontrollieren zu lassen, wenn:
- die Beule schnell wächst
- die Beule Form oder Farbe verändert
- Ihr Hund daran leckt, beißt oder Schmerzen zu haben scheint
- die Beule plötzlich ohne klare Ursache entsteht
- Sie unsicher sind, was es ist
Eine Beule bei Ihrem Hund kann harmlos sein, aber das lässt sich von außen nicht mit Sicherheit sagen. Da Beulen in jedem Alter auftreten können und es viele verschiedene Arten gibt, ist eine rechtzeitige Kontrolle durch den Tierarzt wichtig. Mit einer zytologischen Untersuchung kann meist schnell festgestellt werden, um welche Art von Beule es sich handelt und welche Behandlung, falls nötig, am besten zu Ihrem Hund passt.
Haben Sie noch Fragen zu Beulen bei Ihrem Hund? Dann kontaktieren Sie uns unter tierarzt@medpets.at.