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Pferde im Herbst: Fellpflege und Hufpflege

Geschrieben von Carmen |

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, verändert sich für Ihr Pferd vieles. Das Sommerfell weicht einem dichteren Winterfell und Regen, Schlamm sowie nasse Weiden erfordern zusätzliche Aufmerksamkeit für Haut und Hufe. Aber wann braucht Ihr Pferd eigentlich eine Decke? Ist eine Schur sinnvoll? Und wie können Sie Problemen wie Mauke und Regenfäule möglichst vorbeugen?

Pferde

Bereit für die nassen und kalten Monate

Nicht nur Kälte spielt im Herbst und Winter eine Rolle. Vor allem die Kombination aus Regen, Wind, Schlamm und Temperaturschwankungen kann die Pflege Ihres Pferdes beeinflussen. Indem Sie Fell, Haut, Beine und Hufe regelmäßig kontrollieren und die Pflege an die Bedingungen anpassen, können Sie viele Probleme frühzeitig erkennen.

Das Winterfell Ihres Pferdes

Pferde bereiten sich von Natur aus auf den Winter vor, indem sie ein dichteres Fell entwickeln. Die Entwicklung dieses Winterfells wird vor allem dadurch beeinflusst, dass die Tage kürzer werden. Die längeren Haare und die isolierende Unterwolle sorgen dafür, dass Ihr Pferd seine Körperwärme besser speichern kann. Ein gesundes Winterfell kann gut isolieren. Die Haare können sich etwas aufrichten, sodass zwischen ihnen eine isolierende Luftschicht entsteht. Kaltes Wetter bedeutet daher nicht automatisch, dass jedes Pferd eine Winterdecke benötigt. Regelmäßiges Putzen bleibt auch im Winter wichtig. So können Sie Haut und Fell kontrollieren und Wunden, Krusten oder andere Veränderungen früher erkennen.

Alles für die Pflege Ihres Pferdes im Winter

Ihr Pferd scheren oder nicht?

Ob eine Schur notwendig ist, hängt vor allem davon ab, wie viel Ihr Pferd trainiert wird und wie stark es dabei schwitzt. Ein Pferd mit einem dichten Winterfell, das intensiv trainiert wird, kann stark schwitzen und benötigt anschließend viel Zeit, um wieder vollständig zu trocknen. Eine Schur kann dann praktisch sein. Sie müssen außerdem nicht immer das gesamte Fell entfernen. Bei einer Teilschur bleibt an den Stellen, an denen Ihr Pferd weniger schnell schwitzt, ein Teil des Winterfells erhalten. Wird Ihr Pferd wenig oder nur leicht geritten und schwitzt es kaum? Dann ist eine Schur meistens nicht notwendig. Das natürliche Winterfell kann dann einfach seine Funktion erfüllen.

Ein geschorenes Pferd braucht zusätzlichen Schutz

Durch das Scheren entfernen Sie einen Teil der natürlichen Isolierung. Ein geschorenes Pferd benötigt deshalb eher Schutz vor Kälte, Wind und Niederschlag. Welche Decke geeignet ist, hängt unter anderem von der Temperatur, den Wetterbedingungen, der Haltung, der Fellmenge und dem individuellen Pferd ab. Lesen Sie unseren informativen Blog über Pferdedecken.

Braucht Ihr Pferd eine Winterdecke?

Eine dicke Decke ist nicht für jedes Pferd notwendig. Achten Sie lieber auf Ihr Pferd und nicht nur auf die Außentemperatur. Ein gesundes, ungeschorenes Pferd mit ausreichend Winterfell, einem Unterstand und geeignetem Raufutter kommt mit niedrigeren Temperaturen häufig gut zurecht. Eine Decke kann jedoch bei einem geschorenen Pferd, bei älteren oder mageren Pferden und bei Pferden, denen es schwerfällt, sich selbst warm zu halten, sinnvoll sein. Auch lang anhaltender Regen in Kombination mit Wind kann ein Grund sein, zusätzlichen Schutz zu bieten. Kontrollieren Sie ein Pferd, das eine Decke trägt, täglich. Fühlen Sie unter der Decke, ob Ihrem Pferd nicht zu warm ist oder ob es feucht ist, und kontrollieren Sie die Haut auf Scheuerstellen. Überprüfen Sie außerdem regelmäßig, ob die Decke noch richtig sitzt.

Hautpflege in den nassen Monaten

Herbst und Winter bedeuten häufig Feuchtigkeit, Schlamm und ein Fell, das langsamer trocknet. Wenn die Haut über längere Zeit feucht bleibt, kann sie empfindlicher werden. Legen Sie Ihrem Pferd deshalb möglichst nicht für längere Zeit eine Decke auf, solange es noch nass ist. Lassen Sie das Fell nach Möglichkeit zunächst gut trocknen und kontrollieren Sie regelmäßig Stellen, an denen Feuchtigkeit und Schmutz leicht haften bleiben, wie die Beine, Fesselbeugen, der Rücken und der Bereich unter der Decke. Halten Sie auch Bürsten und anderes Putzzeug sauber und trocken. Hat ein Pferd Hautprobleme? Verwenden Sie seine Bürsten dann möglichst nicht für andere Pferde.

Schlamm und Mauke

Nasse und schlammige Paddocks und Weiden lassen sich im Herbst und Winter kaum vermeiden. Vor allem die Haut in den Fesselbeugen kann dadurch über längere Zeit feucht bleiben. Dies kann zur Entstehung von Mauke beitragen. Bei Mauke kann die Haut gerötet, empfindlich oder verdickt sein und es können Krusten entstehen. Manchmal wird das Bein dick oder schmerzhaft. Den gesamten Schlamm täglich mit Wasser von den Beinen abzuspülen, ist nicht immer die beste Lösung. Dadurch wird die Haut immer wieder nass. Lassen Sie den Schlamm nach Möglichkeit trocknen und bürsten Sie ihn anschließend vorsichtig ab. Ist Abspülen dennoch notwendig? Trocknen Sie danach vor allem die Fesselbeugen sorgfältig ab. Lesen Sie unseren Blog über Mauke bei Pferden.

Bemerken Sie eine starke Krustenbildung, Wärme, Schwellungen oder Schmerzen oder verschlimmern sich die Beschwerden? Wenden Sie sich dann an Ihren Tierarzt.

Regenfäule oder Regenekzem bei Pferden

Langanhaltendes nasses Wetter kann auch bei Regenfäule eine Rolle spielen, die auch als Regenschorf oder Dermatophilose bezeichnet wird. Dabei können Krusten und verklebte Haarbüschel entstehen, häufig am Rücken, an der Hinterhand und an anderen Körperstellen, die dem Regen stark ausgesetzt sind. Ein nasses Fell, das nicht ausreichend trocknen kann, kann die Haut empfindlicher machen. Sorgen Sie deshalb für eine trockene Unterstellmöglichkeit und kontrollieren Sie die Haut regelmäßig. Lösen Sie Krusten nicht gewaltsam ab. Halten Sie Bürsten, Decken und andere Materialien gut sauber und verwenden Sie diese möglichst nicht gemeinsam für mehrere Pferde. Bei großflächigen, schmerzhaften oder anhaltenden Hautproblemen sollten Sie Ihren Tierarzt konsultieren.

Hufpflege im Winter

Auch die Hufe werden während der nassen Monate stark beansprucht. Schlamm und Mist können sich leicht rund um den Hufstrahl ansammeln. Außerdem kann sich der Feuchtigkeitsgehalt des Hufs immer wieder verändern, wenn Ihr Pferd abwechselnd auf einem nassen Paddock und in einem trockenen Stall steht. Kratzen Sie die Hufe deshalb regelmäßig aus und kontrollieren Sie sie dabei sofort auf Veränderungen. Achten Sie beispielsweise auf:

  • Einen unangenehmen Geruch
  • Einen weichen oder bröckeligen Hufstrahl
  • Risse im Huf
  • Empfindlichkeit oder Lahmheit

Sorgen Sie möglichst für einen sauberen und trockenen Platz, an dem Ihr Pferd regelmäßig stehen kann. Halten Sie außerdem den üblichen Rhythmus für den Hufschmied ein.

Die tägliche Kontrolle macht den Unterschied

Die Pflege im Winter muss nicht kompliziert sein. Wenn Sie Ihr Pferd täglich aufmerksam beobachten, fallen Ihnen Veränderungen häufig schnell auf. Kontrollieren Sie Haut und Beine, kratzen Sie die Hufe aus und fühlen Sie unter einer eventuell getragenen Decke. Achten Sie auch auf das allgemeine Wohlbefinden Ihres Pferdes. Hält es sein Gewicht, frisst und trinkt es normal und wirkt es zufrieden? Ob eine Decke, eine Schur oder zusätzliche Pflege notwendig ist, unterscheidet sich von Pferd zu Pferd. Indem Sie die Pflege auf Ihr Pferd und die Wetterbedingungen abstimmen, unterstützen Sie es während der nassen und kalten Monate.

Häufig gestellte Fragen zur Pflege Ihres Pferdes im Winter

Braucht ein Pferd im Winter immer eine Decke?

Nein, nicht jedes Pferd benötigt eine Winterdecke. Ein gesundes, ungeschorenes Pferd mit einem guten Winterfell und ausreichend Schutz vor der Witterung kann sich häufig selbst gut warm halten. Achten Sie auf Ihr Pferd, seine Haltung, sein Fell und die Wetterbedingungen, um zu bestimmen, ob eine Decke notwendig ist.

Wann sollten Sie ein Pferd am besten scheren?

Eine Schur kann praktisch sein, wenn Ihr Pferd im Winter regelmäßig oder intensiv trainiert wird und aufgrund seines dichten Winterfells stark schwitzt. Ein geschorenes Pferd verliert jedoch einen Teil seiner natürlichen Isolierung und benötigt deshalb eher eine passende Decke.

Wie können Sie Mauke bei Ihrem Pferd im Winter vorbeugen?

Versuchen Sie zu verhindern, dass die Fesselbeugen über längere Zeit nass und schlammig bleiben. Lassen Sie den Schlamm nach Möglichkeit trocknen und bürsten Sie ihn vorsichtig ab. Spülen Sie die Beine ab? Trocknen Sie die Fesselbeugen danach gut. Kontrollieren Sie die Beine täglich auf Krusten, Rötungen, Wärme und Schwellungen.

Was ist Regenfäule bei Pferden?

Regenfäule, auch Regenschorf oder Dermatophilose genannt, ist ein Hautproblem, bei dem unter anderem Krusten und verklebte Haarbüschel entstehen können. Langanhaltende Nässe kann dabei eine Rolle spielen. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Pferd ausreichend trocknen kann, und lassen Sie großflächige, schmerzhafte oder anhaltende Hautprobleme von einem Tierarzt beurteilen.

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Über die Person

Carmen, Tiermedizinische Fachangestellte bei Medpets

Carmen ist Tiermedizinische Fachangestellte und Expertin für Tiergesundheit bei Medpets. Mit ihrer langjährigen Erfahrung gibt sie Tierhaltern klare und verlässliche Ratschläge. Sie teilt regelmäßig informative Artikel zu Ernährung, Verhalten und vorbeugender Pflege. Entdecken Sie Carmens Tipps für ein gesundes und glückliches Haustier auf Medpets.

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