Was können Sie tun, wenn Sie vorübergehend weniger mit Ihrem Hund spazieren gehen können?
Ein einmalig kürzerer Spaziergang ist normalerweise kein Problem. Wenn Ihr Hund über einen längeren Zeitraum deutlich weniger Bewegung und Beschäftigung bekommt, als er es gewohnt ist, kann er seine Energie jedoch weniger gut abbauen.
Sie können dies teilweise ausgleichen, indem Sie drinnen mehr geistige Aktivitäten anbieten. Ein zehnminütiges Suchspiel ersetzt nicht wortwörtlich einen langen Spaziergang, kann aber für viel geistige Anstrengung sorgen. Kombinieren Sie kürzere Spaziergänge daher nach Möglichkeit mit Schnüffeln, Suchen, Training, Spielen und Kauen.
Muss sich Ihr Hund wegen einer Operation, Verletzung oder Erkrankung weniger bewegen? Halten Sie sich dann an die Bewegungsempfehlungen Ihres Tierarztes. Auch wilde Spiele, Springen und Rennen im Haus können den Körper erheblich belasten.
Wie erkennen Sie Langeweile bei Ihrem Hund?
Langeweile kann sich bei jedem Hund anders äußern. Manche Hunde werden auffallend aufgedreht und fordern ständig Aufmerksamkeit, während andere Hunde besonders viel schlafen. Auch Herumlaufen, Ihnen ständig hinterherzulaufen, Winseln, Bellen, das Zerstören von Gegenständen, übermäßiges Lecken oder das wiederholte Bringen von Spielzeug können vorkommen.
Dieses Verhalten bedeutet nicht automatisch, dass sich Ihr Hund langweilt. Unruhe und Verhaltensänderungen können auch mit Stress, Angst, Schmerzen oder einer körperlichen Erkrankung zusammenhängen. Tritt das Verhalten plötzlich auf oder bestehen weitere Beschwerden, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.
Spiele für Hunde im Haus
Sie brauchen nicht viel Platz, um einen Hund drinnen zu beschäftigen. Ein einfaches Suchspiel ist beispielsweise bereits eine unterhaltsame Herausforderung. Lassen Sie Ihren Hund warten, während Sie einige Futterstücke im Zimmer verstecken. Anschließend darf er mit seiner Nase danach suchen. Beginnen Sie einfach und gestalten Sie die Verstecke nach und nach schwieriger.
Sie können dasselbe mit einem Lieblingsspielzeug machen. Verstecken Sie es zunächst an einer leicht zu findenden Stelle und gestalten Sie das Spiel allmählich anspruchsvoller. Damit fördern Sie nicht nur den Geruchssinn, sondern bringen Ihrem Hund auch bei, sich konzentriert mit einer Aufgabe zu beschäftigen.
Auch kurze Trainingseinheiten eignen sich für drinnen. Üben Sie bekannte Kommandos oder bringen Sie Ihrem Hund etwas Neues bei, etwa ein Spielzeug aufzuräumen, einen Gegenstand mit der Nase zu berühren oder zu einem bestimmten Platz zu gehen. Halten Sie die Einheiten kurz und positiv. Schon wenige Minuten konzentriertes Training können ziemlich anstrengend sein.
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Lassen Sie Ihren Hund für sein Futter arbeiten
Ein Futternapf ist praktisch, aber Sie können einen Teil der täglichen Futtermenge auch als Beschäftigung verwenden. Bei befüllbarem Spielzeug muss sich Ihr Hund anstrengen, um an sein Trockenfutter oder anderes geeignetes Futter zu gelangen. Je nach Spielzeug kann er rollen, lecken, schieben oder rätseln.
Sie können den Schwierigkeitsgrad an Ihren Hund anpassen. Beginnen Sie einfach, damit er versteht, was er tun soll. Ein zu schwieriges Rätsel kann hingegen frustrierend sein. Wird Ihr Hund immer geschickter, können Sie die Herausforderung schrittweise steigern.
Berücksichtigen Sie dabei die gesamte tägliche Futtermenge. Trockenfutter und Snacks, die Sie bei Spielen geben, liefern ebenfalls Kalorien. Sie können deshalb einen Teil der normalen Tagesration beiseitelegen und für die Aktivitäten verwenden.
Schnüffeln als geistige Herausforderung
Für einen Hund ist seine Nase ein wichtiges Instrument, um die Welt zu erkunden. Schnüffelaktivitäten eignen sich daher besonders gut, wenn Sie drinnen für zusätzliche Beschäftigung sorgen möchten.
In einer Schnüffelmatte können Sie beispielsweise einen Teil des Trockenfutters zwischen den Streifen verstecken. Ihr Hund muss seine Nase einsetzen, um das Futter zu finden. Ein Schnüffelball bietet eine ähnliche Herausforderung und regt außerdem dazu an, sich zu bewegen und den Ball mit Nase und Pfoten zu bearbeiten.
Sie können auch ohne spezielles Spielzeug ein Schnüffelspiel gestalten. Verteilen Sie beispielsweise einige Futterstücke an verschiedenen sicheren Stellen in einem Zimmer. Achten Sie jedoch darauf, dass Ihr Hund nicht lernt, an Orten zu suchen, die für ihn normalerweise tabu sind.
Interaktives Spielzeug und Hundepuzzles
Manche Hunde lieben es, Probleme zu lösen. Bei interaktivem Spielzeug muss Ihr Hund beispielsweise Teile verschieben, drehen, drücken oder öffnen, um eine Belohnung zu finden.
Wählen Sie einen Schwierigkeitsgrad, der zur Erfahrung Ihres Hundes passt, und helfen Sie ihm am Anfang. Das Ziel besteht darin, dass Ihr Hund nachdenkt und Erfolg hat. Er soll nicht frustriert werden, weil er seine Belohnung nicht erreichen kann.
Lassen Sie Ihren Hund mit solchem Spielzeug möglichst nicht unbeaufsichtigt, insbesondere wenn er dazu neigt, Teile zu zerbeißen.
Kauen sorgt für eine ruhige Beschäftigung
Nicht jede Beschäftigung muss aktiv sein. Viele Hunde kauen gerne und können sich längere Zeit damit beschäftigen. Dadurch ist Kauen eine schöne Abwechslung nach einem Suchspiel oder einer Trainingseinheit.
Mit geeignetem Kauspielzeug bieten Sie Ihrem Hund eine Beschäftigung, bei der er relativ ruhig an einem Ort bleiben kann. Wählen Sie immer ein Spielzeug, das zur Größe und Kaukraft Ihres Hundes passt. Kontrollieren Sie es regelmäßig auf Beschädigungen und ersetzen Sie es, wenn sich Teile lösen können.
So verhindern Sie, dass Ihr Hund durch weniger Spaziergänge unruhig wird
Wenn Sie wissen, dass die Spaziergänge vorübergehend kürzer ausfallen, sollten Sie vor allem die Qualität und Abwechslung des Tages beibehalten. Lassen Sie Ihren Hund während der Spaziergänge ausgiebig schnüffeln und verteilen Sie mehrere kurze Aktivitäten über den Tag. Wechseln Sie beispielsweise zwischen Suchen, Training, einem Futterpuzzle und einer ruhigen Kaubeschäftigung ab.
Mehr Beschäftigung ist übrigens nicht immer besser. Hunde brauchen auch ausreichend Schlaf und Ruhe. Ein Hund, der ständig beschäftigt wird, kann Schwierigkeiten haben, selbst zur Ruhe zu kommen. Sorgen Sie daher für ein gutes Gleichgewicht zwischen körperlicher Bewegung, geistiger Beschäftigung und Entspannung.
Welche Aktivität passt zu Ihrem Hund?
Achten Sie vor allem darauf, was Ihrem Hund Spaß macht. Der eine Hund kann endlos nach Futterstücken suchen, während ein anderer lieber rätselt, kaut oder gemeinsam mit seinem Besitzer trainiert. Durch den Wechsel verschiedener Aktivitäten bleibt es interessant.
Spiele im Haus sind außerdem nicht nur eine Alternative für schlechtes Wetter. Auch an Tagen, an denen Sie ausgiebig spazieren gehen, können ein Schnüffelspiel, ein Puzzle oder eine kurze Trainingseinheit eine wertvolle zusätzliche Bereicherung bieten. So geben Sie Ihrem Hund die Möglichkeit, nicht nur seinen Körper, sondern auch seine Nase und sein Gehirn einzusetzen.