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Epilepsie bei Katzen

Geschrieben von Mara | Dierenarts |

Epilepsie kommt bei Katzen deutlich seltener vor als bei Hunden. Bei Hunden haben etwa 1% der Population Epilepsie, während dies bei Katzen bei etwa 0,1% liegt. Auch die Ursachen unterscheiden sich häufig zwischen beiden Tierarten. Bei Hunden spielt eine genetische Veranlagung oft eine Rolle. Bei Katzen wird Epilepsie hingegen häufiger durch eine körperliche Erkrankung verursacht, wie ein Trauma oder eine Krankheit. In diesem Blog erfahren Sie, was Epilepsie bei Katzen ist, welche Formen es gibt und wie die Erkrankung behandelt werden kann.

rote Katze liegt auf einer Decke mit Lichterkette

Was ist Epilepsie bei Katzen?

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, bei der plötzlich unkontrollierte elektrische Aktivität im Gehirn entsteht. Dadurch kann Ihre Katze einen Anfall bekommen, zum Beispiel mit Muskelzuckungen, Versteifung oder Bewusstseinsverlust.

Obwohl Epilepsie bei Katzen seltener vorkommt als bei Hunden, kann ein Anfall sehr heftig und eindrucksvoll aussehen.

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Verschiedene Formen der Epilepsie bei Katzen

Auch bei Katzen werden zwei Hauptformen epileptischer Anfälle unterschieden.

Generalisierte Epilepsie

Bei einem generalisierten Anfall ist das gesamte Gehirn betroffen. Während eines solchen Anfalls kann Ihre Katze:

  • plötzlich auf die Seite fallen
  • versteifen oder verkrampfen
  • ruckartige Bewegungen mit den Pfoten machen
  • das Bewusstsein verlieren
  • speicheln
  • Urin oder Kot absetzen

Dies geschieht, weil Ihre Katze vorübergehend die Kontrolle über ihre Muskeln verliert.

Fokale (partielle) Epilepsie

Bei der fokalen Epilepsie ist nur ein Teil des Gehirns betroffen. Daher sind die Symptome oft auf einen Teil des Körpers beschränkt. Sie können zum Beispiel beobachten:

  • Zittern eines Beins
  • Zuckungen im Gesicht
  • übermäßiges Speicheln
  • auffälliges oder verändertes Verhalten

Ein fokaler Anfall kann sich manchmal zu einem generalisierten Anfall entwickeln. Bei Katzen sehen Tierärzte häufiger fokale Anfälle als generalisierte Epilepsie.

Warum Epilepsie bei Katzen seltener erkannt wird

Epilepsie bei Katzen ist weniger gut untersucht als bei Hunden. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Viele Katzen:

  • leben (teilweise) draußen, wodurch Anfälle nicht immer beobachtet werden
  • können Probleme gut verbergen
  • zeigen subtile Symptome, die weniger auffallen

Dadurch werden epileptische Anfälle bei Katzen möglicherweise häufiger übersehen.

Mögliche Ursachen von Epilepsie bei Katzen

Wie bei Hunden kann Epilepsie bei Katzen verschiedene Ursachen haben.

Primäre Epilepsie

Bei der primären Epilepsie wird keine eindeutige Ursache gefunden. Dies kommt bei Katzen seltener vor als bei Hunden.

Sekundäre oder reaktive Epilepsie

Bei Katzen wird Epilepsie häufiger durch eine zugrunde liegende Erkrankung verursacht, wie:

  • Kopftrauma
  • Gehirnentzündung
  • Hirntumoren
  • Infektionen
  • Stoffwechselstörungen

Wie wird Epilepsie bei Katzen diagnostiziert?

Die Diagnose Epilepsie wird meist gestellt, indem andere Ursachen ausgeschlossen werden. Ihr Tierarzt kann zum Beispiel folgende Untersuchungen durchführen:

  • körperliche Untersuchung
  • neurologische Untersuchung
  • Blutuntersuchung
  • Urinuntersuchung
  • gegebenenfalls eine MRT-Untersuchung des Gehirns

Mit diesen Untersuchungen kann festgestellt werden, ob eine zugrunde liegende Ursache vorliegt.

Warum ist die Behandlung von Epilepsie wichtig?

Epileptische Anfälle können das Gehirn schädigen, insbesondere wenn sie häufiger auftreten oder lange andauern. Außerdem kann sich Ihre Katze während eines Anfalls verletzen. Deshalb zielt die Behandlung darauf ab, Anfälle zu reduzieren oder zu verhindern.

Behandlung von Epilepsie bei Katzen

Katzen mit Epilepsie profitieren oft von Ruhe und einer festen Tagesroutine. Stress und große Veränderungen können Anfälle auslösen.

Medikamente

Die Behandlung besteht in der Regel aus der langfristigen Gabe von Antiepileptika. Häufig verwendete Medikamente bei Katzen sind:

  • Phenobarbital (Phenoleptil): meist die erste Wahl bei Katzen. Es hemmt die übermäßige Reizweiterleitung im Gehirn.
  • Levetiracetam (Keppra): wird häufig eingesetzt, wenn Phenobarbital nicht ausreichend wirkt oder als Zusatztherapie.
  • Imepitoin (Pexion): ein Medikament für Hunde, das manchmal verwendet wird, wenn Nebenwirkungen bei anderen Medikamenten auftreten.
  • Diazepam: wird manchmal bei akuten Anfällen rektal verabreicht.

Kaliumbromid darf bei Katzen nicht eingesetzt werden, da es für Katzen giftig sein kann.

Bei einer Langzeitbehandlung sind regelmäßige Blutkontrollen wichtig.

Ernährung bei Epilepsie

Für Hunde gibt es spezielle Diäten mit mittelkettigen Fettsäuren (MCT) zur Unterstützung bei Epilepsie. Für Katzen wurde noch keine spezielle Ernährung entwickelt, da hierzu noch nicht genügend Forschung vorliegt. Es wird jedoch angenommen, dass MCT auch bei Katzen eingesetzt werden könnten.

Unterstützung durch Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel können helfen, das Nervensystem zu unterstützen. Beispiele sind:

Diese Produkte unterstützen die Gehirn- und Nervenfunktion.

Sind Sie unsicher, ob Ihre Katze einen epileptischen Anfall hatte, oder wünschen Sie Beratung zu Ernährung, Nahrungsergänzungsmitteln oder Behandlung? Dann nehmen Sie Kontakt auf über tierarzt@medpets.at.

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Über die Person

Mara van Brussel-Broere, Tierärztin bei Medpets

Absolventin der Tiermedizin für Kleintiere an der Universität Utrecht, bringt sie ihre Praxiserfahrung ein, um Kunden bei Medpets zu beraten und ihr Wissen weiterzugeben. Es ist ihr wichtig, Tierhalter umfassend über Gesundheit und Wohlbefinden ihrer Haustiere zu informieren.

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