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Chiari-Malformation und Syringomyelie bei Hunden

Geschrieben von Mara |

Die Chiari-ähnliche Malformation (CM) und die Syringomyelie (SM) sind schwere neurologische Erkrankungen, die vor allem bei kleinen Hunderassen auftreten. Diese Erkrankungen können starke Schmerzen und erhebliches Unwohlsein verursachen und stehen in engem Zusammenhang mit der Art und Weise, wie bestimmte Hunderassen vom Menschen gezüchtet wurden. In diesem Blog erfahren Sie, was CM und SM sind, bei welchen Hunden sie auftreten, wie man sie erkennt und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Zwei Hunde rennen am Strand einem Ball hinterher

Wie sind diese Erkrankungen entstanden?

Hunde wurden vom Menschen aus dem Wolf gezüchtet, was zu einer enormen Vielfalt an Rassen geführt hat. Besonders bei sehr kleinen Hunden (Toy-Rassen) ist die immer weitergehende Verkleinerung des Körpers nicht ohne Folgen geblieben. Der ursprüngliche „Bauplan“ des Hundes wird dabei zu stark verändert, was zu strukturellen Problemen des Schädels und des Nervensystems führen kann.

Gerade bei diesen kleinen Rassen sehen wir häufiger Chiari-ähnliche Malformationen und Syringomyelie.

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Was ist die Chiari-ähnliche Malformation (CM)?

Bei der Chiari-ähnlichen Malformation wölben sich Teile des Kleinhirns (Cerebellum) durch das Hinterhauptsloch nach außen. Dies ist nicht normal. Im Schädel sollten die Gehirnanteile ausreichend Platz haben, doch bei manchen Hunden ist:

  • der Raum im hinteren Bereich des Schädels zu klein
  • die Form des Hinterhauptslochs verändert
  • das Verhältnis zwischen Gehirn und Schädel ungünstig

Dies führt dazu, dass Hirngewebe verdrängt wird.

Bei Hunden spricht man meist von einer Chiari-ähnlichen Malformation, da es sich um eine Kombination handelt aus:

  • relativ großem Kleinhirn
  • zu kleinem Schädelraum
  • teilweise abweichend geformtem Hinterhauptsloch

Die Vorstellung, dass diese Hunde „zu viel Gehirn“ hätten, ist nicht korrekt. Sie haben relativ weniger Gehirnmasse als große Hunde, jedoch ist die Verteilung und der verfügbare Raum ungünstig.

Bei welchen Hunden tritt CM auf?

CM kommt vor allem bei kleinen und sehr kleinen Rassen vor, darunter:

  • Cavalier King Charles Spaniel
  • Chihuahua
  • Zwergspitz (Pomeranian)
  • Französische Bulldogge
  • Griffon-Rassen
  • Kontinentaler Zwergspaniel (Papillon)

Beim Cavalier King Charles Spaniel wird CM bei nahezu allen Hunden festgestellt, oft ohne deutliche Symptome. Bei anderen Rassen wie dem Zwergspitz tritt CM bei etwa 60% der Hunde auf.

Symptome der Chiari-Malformation

Nicht jeder Hund mit CM zeigt Beschwerden. Treten Symptome auf, können diese sein:

  • Kopfschütteln
  • Luftlecken
  • häufiges Schlucken
  • Schmerzen bei Berührung von Kopf oder Nacken
  • Zukneifen der Augen
  • Unruhe oder Reizbarkeit

Die Beschwerden können bereits in jungen Jahren auftreten, CM selbst ist jedoch angeboren und verändert sich meist nicht mit zunehmendem Alter.

Was ist Syringomyelie (SM)?

Syringomyelie ist eine Erkrankung, bei der sich Hohlräume, sogenannte Syringen, im Rückenmark bilden. Diese entstehen durch eine gestörte Druckverteilung der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit.

Diese Hohlräume können:

  • klein bleiben und nur wenige Beschwerden verursachen
  • größer werden und Nervengewebe schädigen

Je größer und ungünstiger die Form der Hohlräume, desto stärker sind in der Regel die Beschwerden.

SM kann ausschließlich mittels einer MRT-Untersuchung festgestellt werden.

Bei welchen Hunden kommt Syringomyelie vor?

SM tritt häufig bei denselben Rassen auf wie CM, insbesondere bei:

  • Cavalier King Charles Spaniel
  • Zwergspitz
  • Chihuahua
  • Französische Bulldogge

Beim Cavalier entwickeln schätzungsweise 60% der Hunde eine SM, beim Zwergspitz etwa 25%. Nicht jeder Hund mit SM zeigt klinische Symptome.

Symptome der Syringomyelie

Das wichtigste Symptom der SM ist Schmerz. Dieser ist häufig:

  • anfallsartig
  • schwer objektiv festzustellen
  • stärker bei Aufregung, Belastung oder Wetterwechsel

Häufige Anzeichen sind:

  • plötzliches Jaulen oder Schreien bei Bewegung
  • „Phantomkratzen“ (Kratzen ohne Hautkontakt)
  • Schmerzempfindlichkeit bei Berührung von Nacken, Brust oder Schultern
  • ungewöhnliche Schlafpositionen (Kopf erhöht oder abgestützt)
  • krummer Hals oder Rücken, besonders bei jungen Hunden
  • Kraftverlust oder Muskelabbau in schweren Fällen

In welchem Alter beginnen die Beschwerden?

Bei manchen Hunden treten Symptome erst im späteren Leben auf, teilweise erst nach mehreren Jahren. Dies erschwert eine frühe Erkennung.

  • CM ist angeboren und früh vorhanden
  • SM kann sich schleichend entwickeln

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die einzige zuverlässige Methode zur Diagnose von CM und SM ist eine MRT-Untersuchung. Nur mittels MRT lassen sich sowohl Gehirn als auch Rückenmark ausreichend darstellen. CT-Untersuchungen sind hierfür nicht geeignet.

Es gibt:

  • Screening-MRTs für Zuchtzwecke
  • umfangreiche MRT-Untersuchungen bei Hunden mit Symptomen

Behandlung von CM und SM

Zur Kontrolle der Beschwerden bei CM und SM stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Medikamentöse Behandlung (am häufigsten)

Die Therapie zielt in erster Linie auf Schmerzlinderung und Lebenskomfort ab:

  • Schmerzmittel
  • Medikamente gegen neuropathische Schmerzen (z. B. Gabapentin oder Amitriptylin)
  • Mittel zur Reduktion der Liquorproduktion
  • in schweren Fällen Kortikosteroide

Chirurgische Behandlung

Eine Operation ist möglich, jedoch:

  • technisch sehr anspruchsvoll
  • häufig nur mit vorübergehender Verbesserung
  • mit einem hohen Risiko für Rückfälle verbunden

Daher wird in Deutschland meist eine medikamentöse Behandlung bevorzugt.

Prognose

Die Prognose variiert stark von Hund zu Hund:

  • Hunde mit milden Veränderungen können symptomfrei bleiben
  • Hunde mit schwerer SM können lebenslang Schmerzen haben
  • mit guter Betreuung ist oft eine akzeptable Lebensqualität möglich

Zucht und Prävention

CM und SM treten vor allem bei Rassen auf, bei denen in der Vergangenheit stark auf bestimmte äußere Merkmale selektiert wurde. Diese Erkrankungen sind ein wichtiges Thema in der Zucht und machen präventive Maßnahmen notwendig, wie:

  • verantwortungsvolle Zucht
  • MRT-Screening von Zuchttieren
  • keine Selektion auf extreme äußere Merkmale
  • Gesundheit vor Größe oder Aussehen stellen

Bei Rassen mit verpflichtendem Screening, wie dem Cavalier, sind bereits Verbesserungen sichtbar. Freiwillige Screenings bei anderen Rassen können viel Tierleid verhindern.

Chiari-Malformation und Syringomyelie sind ernste Erkrankungen, die vor allem kleine Hunde betreffen. Nicht jeder Hund mit CM oder SM zeigt Beschwerden, doch wenn Symptome auftreten, können diese sehr schmerzhaft sein. Früherkennung, gute Diagnostik, passende Behandlung und verantwortungsvolle Zucht sind entscheidend für das Wohl dieser Hunde.

Haben Sie Zweifel, ob Ihr Hund Symptome zeigt? Wenden Sie sich immer an einen Tierarzt mit Erfahrung in der Neurologie.

Quelle: veterinair-neuroloog.nl

 

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Über die Person

Mara van Brussel-Broere, Tierärztin bei Medpets

Absolventin der Tiermedizin für Kleintiere an der Universität Utrecht, bringt sie ihre Praxiserfahrung ein, um Kunden bei Medpets zu beraten und ihr Wissen weiterzugeben. Es ist ihr wichtig, Tierhalter umfassend über Gesundheit und Wohlbefinden ihrer Haustiere zu informieren.

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