Wo sitzen die Analdrüsen beim Hund und welche Funktion haben sie?
Hunde besitzen zwei Analdrüsen, auch Analbeutel genannt. Diese befinden sich links und rechts des Afters, etwa auf der Vier- und Acht-Uhr-Position, wenn man den After wie eine Uhr betrachtet.
Die Analdrüsen produzieren eine stark riechende Flüssigkeit. Dieser Duftstoff spielt eine Rolle bei:
- der Kommunikation zwischen Hunden
- der Wiedererkennung
- der Reviermarkierung
Normalerweise werden die Analdrüsen beim Kotabsatz automatisch entleert, wenn fester Kot Druck auf die Drüsen ausübt.
Warum entstehen Probleme mit den Analdrüsen?
Probleme entstehen, wenn die Analdrüsen nicht ausreichend entleert werden. Dies kann zum Beispiel vorkommen bei:
- zu weichem oder wechselndem Kot
- chronischen Magen-Darm-Problemen
- Übergewicht
- einer abweichenden Lage der Analdrüsen
- Hunden, die sich beim Kotabsatz keine Ruhe nehmen, wodurch die Drüsen nicht ausreichend entleert werden
Wichtig zu wissen ist, dass Analdrüsen nicht vorbeugend ausgedrückt werden sollten. Dies kann die Drüsen dazu anregen, mehr Sekret zu produzieren, wodurch sich das Problem verschlimmern kann.
Häufige Probleme mit den Analdrüsen
Bei Hunden treten verschiedene Probleme mit den Analdrüsen häufiger auf:
1. Verstopfung der Analdrüsen
Bei einer Verstopfung ist die Analdrüse übermäßig mit Drüsensekret gefüllt.
Typische Anzeichen für verstopfte Analdrüsen sind:
- Schlittenfahren, also das Rutschen mit dem Hinterteil über den Boden
- häufiges Lecken oder Beißen im Analbereich
- Unruhe oder Unwohlsein beim Sitzen
Eine Verstopfung ist meist nicht stark schmerzhaft, aber unangenehm. Ohne Behandlung kann sie in eine Entzündung übergehen. Der Tierarzt kann die Analdrüsen manuell entleeren, um eine Entzündung zu verhindern.
2. Entzündung der Analdrüsen
Gelangen Bakterien in eine verstopfte Analdrüse, kann es zu einer Entzündung kommen.
Anzeichen einer Analdrüsenentzündung sind:
- deutliche Schmerzen im Analbereich
- Schwellung rund um den After
- Blut oder Eiter beim Kotabsatz
- manchmal Fieber oder Mattigkeit
Eine Analdrüsenentzündung muss immer tierärztlich behandelt werden. Häufig sind Antibiotika und Schmerzmittel erforderlich.
3. Analdrüsentumoren
Analdrüsentumoren sind selten, treten jedoch vor allem bei älteren Hunden auf. Sie können bösartig sein und hormonähnliche Substanzen produzieren, die den Kalziumgehalt im Blut erhöhen können.
Mögliche Anzeichen sind:
- eine harte, schlecht verschiebbare Schwellung
- Gewichtsverlust
- Mattigkeit
- Schwierigkeiten beim Kotabsatz
- Symptome einer Hyperkalzämie wie vermehrtes Trinken, häufiges Urinieren, Appetitlosigkeit, Erbrechen oder Schwäche
Bei Verdacht ist eine schnelle Diagnostik durch den Tierarzt notwendig.
4. Perianale Drüsentumoren
Diese Tumoren entstehen nicht direkt in den Analdrüsen, sondern in den Drüsen rund um den After. Sie treten vor allem bei unkastrierten Rüden auf und sind häufig hormonell bedingt.
Diese Tumoren sind:
- meist gutartig
- können bluten oder sich entzünden
Die Behandlung besteht häufig aus einer chirurgischen Entfernung, oft in Kombination mit einer Kastration.
Wie können Sie Problemen mit den Analdrüsen vorbeugen?
Du kannst eigentlich nur Einfluss auf die normale Entleerung der Analdrüsen nehmen. Eine feste Kotkonsistenz ist dafür die Basis. Da die Analdrüsen durch den Druck des Kots entleert werden, ist eine gute Darmfunktion entscheidend. Diese kannst du auf verschiedene Weise unterstützen.
Faserreiche Ernährung zur Unterstützung der Analdrüsen
Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Analdrüsenproblemen. Eine faserreiche Nahrung hilft, den Kot fester und voluminöser zu machen, sodass die Analdrüsen beim Kotabsatz besser entleert werden. Das kann Beschwerden reduzieren und das Risiko wiederkehrender Probleme senken.
Ein Beispiel für eine geeignete Nahrung ist Royal Canin Gastrointestinal High Fibre, ein Diätfutter, das speziell zur Unterstützung der Darmfunktion und zur Regulierung des Kots entwickelt wurde.
Bei anhaltenden Beschwerden solltest du die Fütterung immer in Rücksprache mit dem Tierarzt anpassen, damit sie optimal auf die Bedürfnisse deines Hundes abgestimmt ist.
Wenn ein Futterwechsel nicht gewünscht ist, kannst du den Fasergehalt auch durch die Zugabe von Psylliumfasern zum Futter erhöhen. Diese machen weichen Kot fester (binden bei Durchfall) und sorgen für mehr Volumen.
Hinweis: Psyllium sollte immer mit ausreichend Wasser gegeben werden. Ohne Wasser kann der Kot sehr hart werden.
Supplemente zur Unterstützung der Analdrüsen
Es gibt spezielle Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Analdrüsenfunktion, zum Beispiel:
Diese Produkte kombinieren Ballaststoffe mit Inhaltsstoffen zur Unterstützung der Darmfunktion und der Analdrüsen.
Unterstützung mit Kräutern
Bestimmte Kräuter können zu einer gesunden Darmfunktion beitragen und Entzündungen reduzieren, wie:
- Kanadische Gelbwurz
- Katzenkralle
- Spitzwegerich
- Salbei
- Kamille
Diese Kräuter sind zum Beispiel im Produkt Groene Os Digestivo Complex enthalten.
Probiotika für eine gesunde Darmflora
Ein gesunder Darm unterstützt einen regelmäßigen Kotabsatz.
- Probiotika unterstützen das Immunsystem
- sie helfen, den Kot zu stabilisieren
Verstopfte Analdrüsen und Analdrüsenentzündungen beim Hund sind unangenehm, lassen sich jedoch mit der richtigen Vorgehensweise oft gut vermeiden. Fester Kot, eine gesunde Darmflora und gezielte Unterstützung bilden die Grundlage. Vermeiden Sie das vorbeugende Ausdrücken der Analdrüsen und lassen Sie Beschwerden immer durch einen Tierarzt beurteilen, um Komplikationen zu vermeiden.
Haben Sie noch Fragen zu den Analdrüsen Ihres Hundes? Kontaktieren Sie uns gerne unter tierarzt@medpets.at.